Rücksicht mit Rücklicht

Der „Wolf“ ist bekannt für seine markanten Trecker- oder Anhänger-Rücklichter, die wohl aufgrund der Sichtbarkeit bei Kolonnenfahrten nötig wurden, da ja ein Reservekanister-Halter und ein massives Ersatzrad auf einer Halterung vorhanden sind.

Das sieht für mich irgendwie glubschäugig komisch aus, so als ob Gollum aus „Der Herr der Ringe“ Dich immer anschaut und entsprach deshalb gar nie nicht meinen Vorstellungen.

Allerdings sollte das Fahrzeug schon original bleiben und was passt das besser als die berühmten Alu-Druckguss-„MAN“-Rückleuchten, die in der Karosserie versenkt werden und bei anderen Modellen Standard waren ?

Eigentlich ist der Umbau recht einfach:
Lampe auf, Kabel ab, Blech weg, Löcher bohr, Lampe rein, alles geht…..

…aber es war ja mein erstes „Projekt“, deshalb entspannt und in Ruhe, nebenher kann man sich dann auch gleich ein Bild von den beiden bekannten Rostnestern machen.

Ich habe mir den Luxus erlaubt, eine Bohrschablone in Form eines Gehäuses zu nutzen, die ich bei Bedarf gerne verleihe, damit sind die Löcher perfekt positioniert und schnell gemacht.

Leucht-Weiten-Regulierung

Egal ob Bilux, H4 oder nachgerüstete LED-Scheinwerfer, alle haben ein gemeinsames Problem: nämlich die seit 1990 erforderliche LWR (=LeuchtWeitenRegulierung) die beim G aufgrund der Anforderungen an einen Geländewagen mit einer Hydraulik erfolgte. Ein steter Quell der Freude für DEKRA oder TÜV, wenn die Scheinwerfer schielen oder sich gar nicht verstellen lassen.

Es gibt professionelle Anbieter wie den LWR-Shop, mit denen ich ausdrücklich NICHT konkurrieren möchte, deshalb hier nur meine private Lösung für meinen Wolf mit 24v Elektrik, danke an die Unterstützer aus dem Forum:

2mal HELLA 6NM 008 299-501 Stellelement
2mal Buchsensatz 3polig DIN 72585 für die Stellmotoren
1 Potentiometer 6k Ohm oder mehr
Ein paar Meter Kabel, Stecker, Hirn und etwas Geduld

Zuerst einmal bauen wir alles auseinander, um es eventuell zu reinigen. Meistens sind die Kugelkopf-Schrauben eh in einem schlechte Zustand, deshalb wird eine Edelstahl-Lösung stark empfohlen, macht das Einstellen später sehr viel einfacher.

Zuerst aber die Modifikation der originalen Scheinwerfer-Ringe, da die verwendeten Motoren grösser als die Hydrauliklösung ist und zugleich der Ansatz etwas schmaler. Deshalb werden der rot markierte Bereich des Aussenrings entfernt, damit das Motorengehäuse etwas mehr Platz hat und die drei Segmente des inneren Rings in der Höhe leicht reduziert, damit der Motor in der bisherigen Form wieder passt. (Wichtig ist das verwendete Spezialwerkzeug in Form eines Schweizer Offiziersmessers 😉 :

Hinweis zu den verdammten Einstellschrauben, denn das sind ab Werk weiche verzinkte Kreuzschlitz-Schrauben, die oft vermackt sind….

…das zusammen ergibt langfristig eine wirklich LAUSIGE Einstellmöglichkeit, denn man ruiniert sehr schnell den Schraubenkopf. Natürlich gibt es hier Potential zu Verbesserung und zur eigenen Sicherheit, gerade wenn man vielleicht doch den originalen H4-Satz nutzen will (H-Kennzeichen oder vorwiegend Sommerbetrieb etc.)

Meine Nachfrage nach einzelnen Schrauben wurde bei diversen Händlern lächelnd verneint, die bei den Elektromotoren beigefügten Schrauben von Hella passen „dank“ 8mm Kopfdurchmesser leider nicht, also war für mich eine eigene Anpassung sinnvoll.

Ab zu meine Lieblings-Schraubenladen seit Moto Guzzi Studententagen und hinten im Edelstahlregal nach M5 x 50 Schrauben geschaut, denn kürzen kann man immer.

Heraus kamen für mich zwei Optionen, einmal mit Kreuzschlitz und einmal mit Torx 25, den ich persönlich bevorzuge. Inbus-Schrauben mit grossem Kopf und Senkkopfschrauben mit Inbus habe ich nach einem ersten Testmodell verworfen.

Etwas Panzerklebeband, um das Gewinde zu schonen und dann eingespannt in die Bohrmaschine ergibt die Möglichkeit, den Schraubenkopf erst auf 7mm Durchmesser zu reduzieren und dann so etwas wie eine Rundung herauszuarbeiten

Das sitzt alles perfekt in den Plastikadaptern und ab jetzt gibt eskein Gammel mehr dank V2A-Edelstahl. Durch Torx bzw. Kreuzschlitz gibt es für das Einstellen der Scheinwerfer eine schlüssige Kraftübertragung und damit keine defekten Köpfe mehr.

Hier kommt noch der elektrische Teil, aber dafür müssen noch ordentliche Fotos und zwei Tests gemacht werden 🙂